Indonesien-Jayapura

geschrieben von muline am 27. August 2008 um 04:53


Hier liefen wir nicht in Hollywood ein, sondern in die Großstadt-Metropole Jayapura. Das ist vielleicht ein wenig übertrieben ausgedrückt, aber so kam es uns vor nach all den dünn besiedelten Inseln von Vanuatu, den Salomonen und Papua Neuguinea.

In Jayapura leben ungefähr 150 000 Menschen und sie ist die erste große Stadt nach der Grenze zu Papua Neuguinea.

Eine Teilansicht von dem Stadtzentrum Jayapura.

Im Vordergrund des Bildes ist das einzige Boot der hiesigen Wasserschutz-Polizei zu sehen. Sie sollte unser erster und bester Ansprechpartner in dieser Stadt werden. Besonders der junge Polizist Pan nahm sich unserer rührend an. Pan ist unten im Bild rechts zu sehen. Er kommt ursprünglich von der Insel Java. Da es aber auf Java sehr schwierig, ist Arbeit zu finden und einfach zu viele Menschen dort leben, so Pan, ließ er sich vor vier Jahren nach Jayapura versetzen. Er ist mit dieser Entscheidung sehr zu frieden und fühlt sich in Jayapura sehr wohl. Wir waren nun seine ersten Segler, die er kennenlernte und er schloß uns, mit seinen 22 Jahren, richtig ins Herz.

Pan begleitete uns zu allen Behörden; Immigation, Zoll, der Hafenmeisterei und Gesundheitsbehörde.Und das war auch gut so. Die Beamten konnte zum Teil Englisch, aber manchmal doch nur sehr wenige Worte. Da sprang dann Pan ein. Pan, der noch sehr jung und unerfahren im Umgang mit alten Behördenbeamten seines Landes war, war zu tiefst erschrocken, wie offen die Korruptheit in der Praxis zu Tage tritt. Gehört hatte er schon davon, aber erlebt hatte er es so direkt noch nie. Nun hatte er gleich dreimal die Gelegenheit es live mitzuerleben. Pan war entsetzt. Zum Glück ging es für uns nur um Zehnerbeträge und um eine Flasche Rum.

Auch diese freundlich drein schauende Beamtin von der Gesundheitsbehörde war mit von der Partie. Das Geld, das wir für das “dringend benötigte Gesundheitsbuch” bezahlen mußten, wir hatten noch nirgends von solch einem Gesundheitsbuch gehört oder gelesen, gab es ohne Quittung und wanderte gleich in eine Schreibtischschublade.

Leider waren die Ankerplatzbedingungen miserabel in der Stadt. Der Haltegrund war schlecht und zudem war es sehr tief. Mit Erlaubnis der Wasserschutz-Polizei durften wir uns eine Mooring im Hafen legen. Und da es nur eine davon gab, hingen die YAGOONA und unsere MULINE zuammen an diesem kostbaren Teil. Also Fender raus und ins Päckchen. Das hatte wieder einmal den Vorteil, dass wir es nicht weit hatten, den anderen zu besuchen.

Ja, die Stadt Jayapura ist geprägt durch viel Millitär. Es gab viele Kämpferstatuen und Ehrendenkmäler für verdienstvolle Kämpfer. Ebenfalls ist uns aufgefallen, dass es viele Uniformierte gab. Fast jede Behörde hat ihre eigene Uniform.

Der Markt in der Innenstadt.


Diese Dame wollte ebenfalls eine Stadtführerin für uns sein. Aber mit Pan waren wir schon bestens versorgt.Wir lehnten dankend ab, aber über Stunden ließ sich nicht locker….

Das Straßenbild in Jayapura ist auch geprägt durch die fahrenden Garküchen, auch Warung genannt. Am interessantesten wurde es gegen Abend. Denn erst dann wurden die zahlreichen und ganze Straßenzüge füllenden Stände, die zu kleineren “Restaurants” unter Planen mutierten, aufgebaut. Metergroße Holzkohle-Grills standen auf den Strassen, auf denen frischer Fisch gegrillt wurde. Den Fisch dazu konnte man sich aus der Külbox selber aussuchen. Dazu gab es in der Regel Reis mit obligatorisch fünf verschiedenen Soßen, die bei jedem Stand unterschiedlich waren. Zusätzlich orderte man sich Gemüse. Gut dass Pan uns auch Abends begleitete. So half er uns bei unsereren ersten “Gehversuchen” in Indonesien ein Essen zu ordern. Weit nach Mitternacht wurden diese fliegenden Warungs wieder abgebaut.

Die Stadt war bund geschmückt, denn einige Tagen später feierte Indonesien seinen 63. Unabhängigkeitstag. Kinder übten auf der Straße das Marschieren mit gleichzeitigen Singen, Müll wurde beseitigt, Flaggen hochgezogen und überall kräftig gepinselt. Das gleiche hatten wir schon einmal zu dem Außenministertreffen in Tonga in dem Hauptort Neiafu  miterlebt. Schon damals erinnerte mich das Alles ein wenig an die Zeiten in der DDR.

Jayapura ist eine Großstadt und zu der gehören auch große Müllplätze. Diese sind allerdings nicht zentralisiert sondern befinden sich direkt vor der Haustür der Bewohner. Ein Abwassersystem oder Müllkontainer gab es keine. Das hatten wir in unseren drei vorhergehenden Inselstaaten schon anders erlebt. Es war deutlich sauberer und es gab auch keine üblen Gerüche, so wie hier. Aber vielleicht lag das auch daran, dass in den anderen Ländern nirgends so viele Menschen auf einem Haufen glebt hatten, wie hier in Jayapura.

Eine Personenfähre läuft aus.

Pan hatte in der Woche einen Tag frei und er bot sich uns an, eine kleine Bustour in das Umland von Jayapura zu unternehmen. Wir waren alle begeistert und stimmten zu.Später fragten wir ihn mal, wieviel Urlaub er im Jahr bekommen würde und er antwortete uns: ” Zwei Wochen.” Als Polizist verdiene er knapp 200 Euro im Monat und das wäre nicht schlecht, erzählte er uns. Von dem Zöllner in Kavieng aus Papua Neuguinea wissen wir, dass dieser alle zwei Jahre ein Anspruch von 6 Wochen Urlaub hat und da er nach Kavieng versetzt worden ist, er auch für diese Zeit einen Anspruch auf die Bezahlung eines Heimatfluges hat. So etwas gab es in Indonesien für Pan nicht.

Das ist ein Blick über den See bei Sentani. Sentani ist eine kleine Stadt die ungefähr 50 km entfernt von Jayapura liegt. Der See dient den Einheimischen an den Wochenenden als Erholungsziel. Es werden auch Rundfahrten auf dem See angeboten, bei denen man dann die zahlreichen kleinen Dörferauf den Miniinseln besuchen kann. Wir hatten in unseren Büchern schon von Raubrodungen anderer Länder und schlechthin von Rodungen großen Stiels auf Neuguinea gelesen. Und hier, wie auch auf der Strecke mit dem Bus konnten wir solche Anzeichen von Kahlschläge sehen. Aufgerodet wurde nicht, viele Bergkuppen sind nur Grasflächen überzogen

Hier hatte uns Pan zu einem Gedenkstein an den ruhmreichen amerikanischen General Douglas MacAthur geführt. Dieser General hatte im Zweiten Weltkrieg in dieser Gegend sein Hauptquartier aufgeschlagen und leitete von hier aus seinen erfolgreichen Aktionen gegen die Japaner.

Pan und Martina

Dieses Denkmal von MacAthur befand sich auf einem Militärgelände. Um dieses Gelände betreten zu können, mußten wir alle unsere Taschen und Pässe vorzeigen. Die Pässe hatten wir natürlich nicht dabei aber wie so oft war unsere weiße Hautfarbe unsere Eintrittskarten. Wir konnten ohne Probleme passieren.

Pan führte uns auch in ein Museum. Leider war vieles in Indonesisch, aber Pan versuchte uns alles zu übersetzten. Es gab viele Ausstellungsstücke über die alte Kultur der Papuas zu sehen, alte Relikte anderer Regionen Indonesiens aber auch verschiedenste Gewehre und Pistolen die im Zweiten Weltkrieg benutz worden sind.

Moderne indonesische Malerei in den Ausstellungsräumen des Museeums..

Die Hauptkreuzung in der keinen Stadt Sentani.


Sentani zur Hauptverkehrszeit, wir mitten drin und auf dem Heimweg nach Jayapura. Der dauerte dann auch etwas länger als die Hinfahrt.

Die Hilfsbereitschaft der Wasserschutz-Polizei war umwerfend. Hier liefert uns ein Teil der Besatzung unser Trinkwasser an. Schon zwei Tage zuvor hatten sie uns geholfen Diesel zu besorgen. Denn das ist hier in Jayapura gar nicht so einfach. Mann darf an der Tankstelle nicht Diesel in Kanistern abfüllen und ein ähnliches Problem gab es auch mit dem Trinkwasser. Überall in der Stadt gab es Trinkwasser in 5 Gallonen Flaschen zu kaufen aber dafür brauchte man, um eine Flasche zu erwerben erst einmal eine Austauschflasche. Wir brauchten 8 Wasserflaschen und die YAGOONA 10 Flaschen. Bloß woher sollten wir 18 leere Wasserflaschen nehmen. Für die Wasserpolizei kein Problem. Ein kurzer Anruf, uns schon hatten die YAGOONA und die MULINE 20 Minuten später ihre Wassertanks randvoll.

Hier traf der Spruch “Die Polizei, dein Freund und Helfer” wirklich zu. Von rechts nach links: Andy, Pan, Baroso, der Kapitän des Bootes der Wasserschutz-Polizei und Martina.

Nochmals einen herzlichen Dank an Pan. Terima kashi,  kami tidak lupa engkau! We will never forget you!


Papua Neuguinea-Hermit Inseln

geschrieben von muline am 26. August 2008 um 03:39

Die Hermit Inseln werden dem Einen oder Anderen vielleicht ein Begriff sein. Der bekannte französische Meeresforscher Jacques Cousteau mit seiner Calypso war in diesem Atoll des öfteren zu Besuch, um an einem der zahlreichen Riffe mit seiner Mannschaft zu tauchen.
Die Hermit Islands liegen ungefähr 250 Kilometer nördlich vor der Hauptinsel Papua Neuguineas.  Das Atoll, das von einem Riffgürtel fast komplett umschlossen ist und 15 kleine Inseln in sich aufnimmt,  ist ungefähr 30 Kilmeter lang und 20 Kilometer breit. Alle Inseln sind mit Palmen und anderen tropischen Bäumen bewaldet.

Auf der Insel Luf befindet sich das größte Dorf. Ein kleines Problem hatte aber dieses paradiesische Fleckchen Erde. Es gab kaum brauchbare Ankerplätze.  Die Inseln kommen steil aus dem Wasser und haben zumeist  ein kleineres Riff vorgelagert. Das bedeutete für uns, Ankertiefen von mindesten 20 Meter und zudem mußte man dafür noch sehr dicht an das Riff heran.

Aber die Einheimischen halfen uns bei der Suche nach einem geeigneten Ankerplatz. Genau vor ihrem Dorf gab es in 6 Meter Tiefe einen Korallensockel, der ungefähr 8 mal 8 Meter groß war. Die YAGOONA hatte dort schon ihren Anker gut platziert und mit Hilfe zweier tatkräftiger junger Männer aus dem Dorf, wurde auch unser Anker von Hand auf diesem Korallensockel platziert. Dann gingen wir längs an die YAGOONA. Gut vertäut lagen wir dann im Päckchen auf den Hermit Inseln.

Bob, eine Art Bürgermeister auf der Insel Luf begrüßte uns als Erster. Er lud uns am Nachmittag zu einem Rundgang in sein Dorf ein.

Bob, er nennt sich hier Chanceler, ist ungefähr 50 Jahre alt und seit zwei Jahren  eine Art Bürgermeister.

Fast alle Häuser auf dieser Insel stehen auf Stelzen. Oft sind sie so hoch gebaut, dass man unter ihnen im Schatten sitzen kann. Die älteren Häuser sind aus Palmenwedel gefertigt. Die neueren werden bereits aus Holz gebaut.

Eine tolle Idee auf der Insel. Die Betten in den Hütten sind auf Fensterhöhe gebaut. So können auch diese zwei Damen bequem von ihrem Bett aus den Trubel im Dorf verfolgen. Gleichzeitig ist ihnen beim Schlafen immer eine kühle Brise direkt garantiert.

Es war Wochenende und so saß man einfach ein bischen herum und wartete auf die Dinge die da kommen müssen. Und siehe da, wir Segler waren da eine willkommende Abwechslung. Die Dorfbewohner bestaunten uns und wir bestaunten die Dorfbewohner.Auf beiden Seiten war Exotic pur. Der zweite junge Mann von rechts war Justin, einer von fünf Lehrern im Dorf. Ihn lernten wir später auch noch ein wenig näher kennen.

Im Dorf gab es vier solcher Toiletten. Sie wurden ins Wasser gebaut und über einen kleinen Steg konnte sie man erreichen. Fauen und Männer-Toiletten waren getrennt.

Bob erzählte uns, dass auf den Hermit Inseln ein nationaler Mix der Kulturen bestehen würde. Die wenigsten Dorfbewohner wären auf den Hermit Inseln geboren worden, viele sind durch eine Heirat auf die Inseln zugezogen. Von den unterschiedlichsten Landesteilen kommen sie, von der Hauptinsel Papua Neuguinea oder aus Kavieng auf Neu Irland oder von der benachbarten Insel Manus oder dem nahe gelegenden Ninigo Archipel, die Hermits sind multikulturell. Und da in Papua Neuguinea über 750 Sprachen existieren, gibt es natürlich auch hier unter den Dorfbewohnern Verständigungsprobleme. Nicht jeder kann das offizielle Pidgin oder Englisch.


Das ist die kleine Tochter von Bob. Die Kleine war gerade bei einem kleinen Imbiss.Es gab eine Art Nüsse oder Kerne und die mußten erst einmal von ihrer harten Schale befreit werden. Nichts leichter als das für das Mädchen. Sie brauchte nur einen kleinen und einen großen Stein und dazwischen lag die Nuss….

Hier gab es Kochbananen.


So sieht ein fast fertiges neues Holzhaus aus. Hier werden in absehbarer Zeit 10 Menschen ein neues Zuhause finden. Umgerechnet kostet solch ein Haus drei Tausend Euro. Eine ganze Menge Geld. Aber die Gemeinde ist nicht so arm. Sie haben ein einträgliches Geschäft mit Seegurken und einer speziellen Muschelart, die sie an die Japaner verkaufen. Einmal im Monat kommt ein Frachter und holt die Ware ab.

Das sind zwei von drei Schulgebäuden. Als Schulglocke dient auch hier eine alte ausgediehnte Gasflasche, die irgendwo an einem Ast aufgehängt wurde.

Ein Klassenraum.

Und hier wurden dreizehn Regeln für das Verhalten in dem Klassenraum aufgestellt.


Svenja und Justin, dem Lehrer im Dorf. Justin ist erst seit einigen Monaten Lehrer auf den Hermits. Zusammen mit Bob wollen sie ihre Insel etwas in die Richtung der Moderne bringen. Da die Hermits seit einiger Zeit ein Marine-Naturschutzreservat sind, haben sie für die kommenden Besucher dieses Atolls, zum Schutz der Tier und Pflanzenwelt, Verhaltensregeln auf dem Atoll entworfen, nach denen sich die Besucher zu richten haben. Justin hatte sich schon vor längerer Zeit per online ein Laptop bestellt aber der Computer ist immer noch nicht eingetroffen. Also fragten die Beiden uns, ob wir ihnen dabei behilflich sein könnten, ihre in handschriftlicher Form erstellten Vorlagen und Texte in unseren Computer zu schreiben und dann auszudrucken. Das war gar keine Frage für uns….

Stefan und Bob.
Alle Regeln und Informationen zu den Hermit Inseln tippten wir in den Laptop und mit dem dorfeigenen Drucker vervielfältigten wir das Ganze. Dann stellten wir eine kleine Mappe zusammen und als Frontbild dieser Info-Mappe druckten wir noch eines unser am morgen aufgenommen Bilder aus, auf dem man von einem Hügel über die Insel Luf sehen kann.
Da Justin ja bald selbst einen Computer haben wird, copierten wir alle unsere Bilder, von der YAGOONA und der MULINE, die wir auf den Hermits geschossen haben, auf eine CD und schenkten sie den beiden. Svenja brannte für Justin noch ein paar Musik CDs. Bob und Justin waren begeistert.

Hier das Bild mit dem Blick über Luf mit dem kleinen Dorf. Links war unsere Ankerbucht

Die Menschen auf der Insel gaben uns wirklich das Gefühl herzlich Willkommen zu sein. Sie kamen auf einen kleinen Schwatz, fragten nach unseren Namen, woher wir kommen, wie lange wir schon unterwegs sind und ob wir ein paar Früchte haben möchten. Dann verschwanden sie wieder.

Das Wasser auf den Hermits war unsagbar klar. Das ist eine Aufnahme aus dem Dingi und nicht von Unterwasser.

Bob hatte für uns eine Überraschung. Er wußte, dass wir gerne Kokoskrabben fangen und essen wollten. Da aber unsere Zeit zu knapp war, um selbst auf Krabbenjagd zu gehen, man muß schon wissen wo man die Tiere findet oder aber Köder auslegen, ging Bob selbst auf die Pirsch und kam mit zwei Prachtexemplaren zurück. Leider ging er ohne uns, da wir gerade beim Schnorcheln im Mantapass waren.

Das ist die kleinere von beiden. Die große Kokoskrappe war nochmals ein Drittel größer. Dieses Exemplar hatte sich kräftig mit seiner Schere an unserem Holz festgekrallt. Es war gar nicht so einfach sie von unserem Teakholz loszubekommen. Eine Stelle im Holz ist von den Zähnen zurückgeblieben.

Wenn die Krabben am Leben sind haben sie eine sehr schöne blaue Farbe an der Bauchseite, wenn sie …….

nicht mehr am Leben sind und auf dem Grill liegen, dann haben sie ebenfalls eine schöne Farbe und die ist orang-rot. Zudem schmecken sie dann auch vorzüglich. Zusammen mit Bob ließen wir uns die toten Tiere schmecken. Marc und Svenja hatten gekochten Reis und eine Flasche Rotwein mitgebracht und wir eine Knoblauchmajonaise und einen Cuscussalat. Bob war begeistert und wir auch….

Die Hermits werden wir in bester Erinnerung behalten. Natürlich Dank der Fürsorge von Bob.”Vielleicht sehen wir uns mal wieder, wenn ihr ein zweites mal um die Welt segelt. Kommt auf jeden Fall wieder vorbei…” Es war ein rührender Abschied von Bob.

Unser Dingi und Bobs Einbaum.


Papua Neuguinea-Duke of York Islands

geschrieben von muline am 26. August 2008 um 03:22

Flaggenwechsel. Die Salomonen, links im Bild, mußten nun Papua Neuguinea weichen. Die Flagge von PNG (Paupa Neuguinea) hat das Sternzeichen vom Kreuz des Südens und den Paradiesvogel in sich aufgenommen. Beide Flaggen fanden wir ausgesprochen schön.

Das Begrüßungswetter in PNG ließ allerdings etwas zu wünschen übrig. Auf der Fahrt von den Salomonen wechselte es ständig zwischen starken Gewittern, Regenfällen und Windstille. Aber daran werden wir uns für die nächsten 4 Monate wohl gewöhnen müssen. In diesen Breitengraden, um den Äquator herum, ist dieses Wetter normal.

Hier befanden wir uns in der Meerenge zwischen den Inseln Neu Irland und Neu Britania. Das Wetter sah etwas bedrohlich aus, aber in Natura war es doch beeindruckend. 20 Seemeilen hatten wir noch zu den Inseln Duke of York.

Das ist die Vulkan-Skyline von Rabaul. Sie war schon aus der Ferne beeindruckend. Hier waren wir noch fast 20 Kilometer entfernt. Die beiden rechten Vulkane ruhen zur Zeit. Aber der linke ist aktiv. Von anderen Seglern hatten wir gehört, das die Asche den Booten nicht gut bekommen würde. Sie hatten an ihren Booten einige Veränderungen an Edelstahlteilen festgestellt und das überall diese Metallasche im Boot zu finden sei. Und wenn der Wind ungünstig stand, so konnten die Boote regelrecht “einschneien”. Also entschieden wir uns, nicht nach Rabaul zu fahren sondern in der vorgelagerten Inselgruppe Duke of York vor Anker zu gehen. Sie liegt zirka 10 Seemeilen entfernt von Rabaul.

Unser Ankerplatz befand sich im südlichen Teil der Inselgruppe. Wir lagen umzingelt von anderen kleinen Inseln sicher und geschützt in einer Lagune. Alle Inseln schienen bewohnt zu seinen. Überall kreutzen kleinen Auslegerboote die Lagune.

Der erste Besucher zur frühen Stunde auf unserem Boot kam als Vertreter des Dorf-Chiefs. Er hieß uns herzlich willkommen und brachte uns auch gleich ein Gästebuch mit. Darin sollten wir uns dann eintragen. Eine kleine Spenden für das Dorf war auch erwünscht. Auch das taten wir mit Freude. Da wir aber noch kein landesübliches Geld einlösen konnten, stellte ich eine kleine Apotheke mit Verbandstoffen zusammen. Das kam gut an.

Als nächste Gäste und wieder einmal zu “Tausenden” kamen die Kinder. Aber das war kein Wunder. Lagen wir doch, mit unserer MULINE, für einen Großteil der Kinder von den anderen Inseln, genau auf ihren Weg zu Schule und die fing 20 Minuten später an. Also wurden wir zuerst neugierig bestaunt und dann brachen die Fragen aus ihnen heraus. Was ist Dein Name?, Woher kommt Ihr?, Wie lange seit Ihr schon unterwegs? Wohin wollt Ihr gehen? und Habt Ihr Lutscher? Und die hatten wir…… Aber dann erinnerten wir sie an ihren Schulbeginn und schon paddelten alle zügig weiter.

Landgang auf den Duke of York. Wir suchten Muscheln.

Wir hatten ablaufendes Wasser und allmählich zeigte sich das Riff. Die Frauen zogen los, um nach etwas Eßbaren, wie Krebsen oder Schnecken zusuchen.

Scheinbar gingen nicht alle Kinder zur Schule. Eine Vielzahl begleitete uns bei unserem Strandspaziergang.

Die schlechten Zähne auf den Duke of Yorks waren auffällig bei vielen Erwachsenen. Viele kauten Betelnüsse, wovon die Zähne unansehnlich und stark in Mitleidenschaft gezogen werden.

Ein Großvater mit seinem Enkel.

Und im Hintergrund der Inselgruppe ist immer wieder der etwas kleinere aber sehr aktive Vulkan mit seinen größeren Geschwistern in der Bucht von Rabaul zu sehen.

Es ist Ebbe und einige Jugendliche vertreiben sich die Zeit auf dem trockengefallenen Riff.

Kein Kind hatte Scheu vor der Kamera, alle wollten sich fotographieren lassen. Also legten wir los.


Dann ging es weiter ins Dorf.

Zuerst dachten wir an das Deutsche Rote Kreutz. Vielleicht eine kleine Station oder ein Überbleipsel aus dem Krieg. Die Deutschen waren auch hier gewesen. Es gab sogar einen deutschen Friedhof auf dieser kleinen Inselgruppe. Also traten wir näher und sahen uns das einmal genauer an.

Weit gefehlt. Es war ein Privathaus, die dazugehörige Familie begrüßte uns auch gleich und klärte uns auf. Das rote Kreutz zierte ein frisches Grab, denn ein Sohn war vor knapp zwei Wochen auf Grund einer Krankheit verstorben. Sein Bild wurde uns stolz gezeigt..

Er ist der Chief des Dorfes. Er begrüßte uns und ließ uns in seinem Haus Platz nehmen. Dann erzählte er uns von dem Leben auf diesen Inseln, vom Leben mit den sehr aktiven Vulkanen und vom Krieg.

Und das ist das Gerichtsgebäude der Insel.

Die Hühner auf dieser Insel bekamen als Erkennungsmarke bunte Bänder um den Körper gebunden. Zuerst dachte ich, das Huhn hätte blaue Federn, aber der Dorf-Chief klärte mich später auf.

Die Duke of Yorks hatten viele Gesichter.

Unser Ankerplatz. Hinter uns lag die YAGOONA.

Der Schulparkplatz. Hier hatte die Kinder, die mit Ausleger-Kanus zur Schule kommen waren, ihre Boote abgestellt.

Die Kinder hatten gerade Pause und schnell stellten sie sich in Position für ein Foto.


Martina wieder auf Muschelsuche und fündig wurde ich auch.

Hier traf ich auf eine Gleichgesinnte. Stolz präsentierte sie mir ihr Kollektion von Muscheln. Einige bot sie uns zum Tausch an. Wir gaben Reis, Zucker, Salz und eine Seife. Und beide Seiten freuten sich über den Handel.

Das war der Ehemann von der Muschelsammlerin. Gut in Form der Mann.


Die Lagune von unserem Ankerplatz.

Unsere getauschten Muscheln und Früchte. Bei uns nennt man die Frucht Sternenfrucht oder Karambole. Hier in Papua Neuguinea “five corner”, zu deutsch,  “fünf Ecken”.

Und immer wieder fazinierend die Vulkan-Skyline von Rabaul.


Abschied von den Salmonen

geschrieben von muline am 26. August 2008 um 03:21

Wir sind bereits ein Stück weiter. Aber rückblickend haben wir wieder ein paar Bilderberichte der vergangenen Wochen zusammen gestellt. Los geht es mit den Salomonen, dann geht es weiter mit den Duke of Yorks und abgelegenen Hermit Inseln in Papua  Neuguinea.

Am nächsten Tag wollten wir Gizo, eine kleine Insel in der New Georgia Gruppe der Salomonen, in Richtung Papua Neuguinea verlassen. Das hieß, zu den Behörden zum Ausklarieren, ein paar Einkäufe tätigen und unsere letzten Salomonen Dollar unter die Leute bringen,  also volles Programm für den Tag. Der eine oder andere wird jetzt sicherlich schmunzeln bei unserem ” vollen Programm” für den Tag…..   

Die kleine Stadt Gizo, auf der gleichnamigen Insel,  ist das Verwaltungszentrum der westlichen Salomonen und ist die zweit größte Stadt der Salomonen. Diese kleine Stadt Gizo hat aber eher Dorfcharakter und im Vergleich zu Honiara ist es doch noch sehr verschlafen, wenn man es vorsichtig ausdrücken möchte. Gizo hat einen Hafen, wo größere Frachter Güter und Waren löschen können und ist ein wichtiges Einkaufzentrum in den westlichen Salomonen.

Gizo macht im Vergleich zu der Hauptstadt Honiara einen doch sehr verkommenen Eindruck. Vielleicht ist das auch dem Umstand geschuldet, dass im letzten Jahr hier in Gizo eine große Flutwelle viele Häuser und vor allem die Uferzone stark beschädigt und in Mitleidenschaft gezogen hat.

Hier legen all die kleinen Boote von den umliegenden Inseln an. Manchmal kommen sie mit diesen Booten von Inseln, die 25 Seemeilen von hier entfernt liegen. Für sie hat der derzeitige Anstieg des Ölpreises einschneidende Konsequenzen. Auf einigen kleineren Inseln wurden wir auch angesprochen, ob wir nicht Bezin für sie hätten.

Wohnhäuser an der Uferzone.

Das ist der Yachtclub in Gizo. Hier konnten wir an Land gehen und unser Dingi zurücklassen. Abends wurde hier eine lokale Küche angeboten und einen schönen Blick auf die Ankerbucht bekam man dazu auch noch geboten. Aber die Küche wollten wir heute nicht mehr probieren, wir hatten schon eine viel bessere Idee.

Gizo Stadt. Die Strassen waren nicht bepflastert. Gizo hatte aber alles, was eine kleine Stadt ausmacht; eine Bäckerei, ein zwei kleine Baumärkte, eine Post und ganz vereinzelt auch mal ein kleines Restaurant, ein Internet Cafe, Hotels und natürlich nicht zu vergessen, einen Markt mit frischen Obst, Gemüse und auch Fisch. Das Angebot war in Ordnung.

Der größte Supermarkt der Stadt, aber nicht der einzige. Er fungierte gleichzeitig als kleines Warenhaus. Viele kleine Tante Emma Läden gab es an der Hauptverkehrsstrasse. Meisens von Asiaten geführt. Und das hatten wir schon in der Hauptstadt Honiara beobachtet: häufig waren die Ladenbesitzer Asiaten. Es gibt reichlich Personal zum Bedienen, einer sitzt ständig auf einem Hochsitz und passt auf, dass keiner von der Kundschaft etwas klaut. In einer kleinen versteckten Ecke sitzt der Kassierer.   

Das ist einer der freundlichen Dorfpolizisten, der uns den Weg zum Zoll erklärt hat.

Das Büro der Zollbehörde.

Dieser nette Zollbeamte teilte uns mit, dass der Beamte, der zuständig für das Ausklarieren der Emigration ist, leider nicht auf der Insel ist und in den folgenden fünf Tagen auch nicht zurück zu erwarten sei. Das würde für uns bedeuten, dass wir damit nicht vollständig aus den Salomonen ausklarieren könnten. Er fand diese Desorganisation der Behörde ebenfalls sehr bedauerlich und versuchte deshalb mit etlichen Telefonaten in die Hauptstadt Honiara zu obergeordneteren Behörden unser Problem für uns zu lösen. Die Antworten aus Honiara waren aber auch nicht sehr hilfreich. Wir sollten doch dem Beamter der Emigration folgen und zu der 70 Seemeilen entfernte Inselgruppe segeln, auf der sich der Beamte derzeit auhielte. Einen anderen Beamten der Emgration könnte für uns nicht aufgetrieben werden. Also unterhielten wir uns noch mal mit unserem hilfsbereien Zollbeamten und entschieden uns dann letztendlich dafür, ohne den Stempel der Imigration in unseren Pässen die Salomonen zu verlassen. Ohne diesen Stempel die Salomonen zu verlassen ist kein richtiges Problem. Es könnte nur eins werden bei der Einreise in Papua Neuguinea. Aber wie wir jetzt schon wissen, lief  in Kavieng in Papua Neuguinea alles glatt.

Gizo Hafen.

Es gab hier auf dem Markt wirklich frischen Fisch und dazu noch für ganz kleines Geld. Das hatten wir schon ein paar Tage zuvor festgestellt und unsere Idee für den letzten Abend in den Salomonen war reichlich frischen Fisch in die Pfanne zu hauen. Als Vorspeise sollte es Sushi geben und im Anschluß gebratenen Fisch . Alles zubereitet vom Chefkoch Marc, von der YAGOONA. jetzt fehlte nur noch der passende Fisch.

Ok, die sahen alle sehr schön bunt und frisch aus aber an diese Sorten von Fisch trauten wir uns noch nicht ran.


Aber diese großen Exemplare kannten wir bestens. Hing der eine oder andere seiner Gattung bereits des öfteren an unserer Angel. Also suchten wir uns den schönsten Thunfisch aus.

Für schlappe 4 Euro und 80 cent erstanden wir diesen 70 cm langen superfrischen Thunfisch. Jetzt ging es zügig auf unsere MULINE, wo Stefan den Fisch dann filitierte und in unseren kühlen Kühlschrank legte.

Zurück ging es wieder über den Markt.


So, und das ist unser letztes Bild zu den Salomon Inseln. Jetzt wartete Papua Neuguinea auf uns.


Manokwari

geschrieben von admin am 25. August 2008 um 01:40

Wir hatten einen richtig guten Wind bis Manokwari. Heute morgen kam sogar mal wieder die Sonne raus und so konnten wir mit fünf Beaufort von hinten auf die Provinzhauptstadt von West Neuguinea zusegeln. Links von uns die Berge, 3100 Meter hoch mit herrlichen weißen Wolken. Die Anfahrt war einfach, aber einen Ankerplatz zu finden, dafür motorten wir drei Stunden rum . Jetzt liegen wir mitten im Getümmel, in einer Art Bucht, die kreisrund und fast rundum geschlossen ist. Überall am Ufer Pfahlhäuser in mehreren Reihen, wir wissen noch gar nicht, wie wir dadurch an Land kommen, Hunderte von bunten Booten, meist in hellen Pastelltönen, vorwiegend blau und gelb, einige Frachter. Da kann man in der Plicht sitzen und vermißt gar kein Fernsehen. Und die Polizei war auch schon an Bord.
Vier Personen kamen mit einem Langboot längsseits. Einer fragte, ob er an Bord kommen dürfte, er sei von der Polizei. Und auf meine Bitte wies er sich erst einmal aus. Er stellte sich als Anton vor, war sehr freundlich und entschuldigte sich mehrmals, dass er uns kontrollierte. Letzlich wollte er nicht mehr, als dass wir ihm morgen Kopien unserer Pässe, der Visa, des Cruising Permits und der Bootspapiere vorbeibringen sollten. Wir seien seit vier Jahren die erste Segelyacht, die Manokwari anlaufe.
Morgen gibts den ersten Landgang.