Wieder unterwegs nach Kavieng

geschrieben von admin am 21. Juli 2008 um 09:31

Es ist Montag, 17.00 Uhr Ortszeit, und seit einer Stunde sind wir schon wieder unterwegs, volles Programm. Immerhin wollen wir im nächsten Sommer bereits in die Ostsee einlaufen, und das ist noch ein weiter Weg.
Aber Mioko Island, eine Insel der kleinen Duke of York Group, war klasse. Ursprünglich hatten wir vor, auf unserem Weg von Gizo nach Kavieng dort einen Stopp einzulegen, wenn wir bei Tageslicht ankommen sollten. Das war nicht der Fall, aber das Wetter war ruhig und die YAGOONA lag schon drinnen und meinte über Funk, es sähe gut aus. Und so standen wir gestern abend um 21.00 Uhr vor der Einfahrt und mit Radar und elektronischer Seekarte und Geduld ging es rein. Wir sahen an Land eine erste Taschenlampe zur Begrüßung auflichten. Wir blinkten mit unserer Stirnlampe zurück, dann waren es zwei, drei und zum Schluss acht Lampen, die uns zublinkten und wir zurück. Nur noch kurz um die Ecke und schon fiel unser Anker, rundum geschützt zwischen Inseln und einem Außenriff mit Blick auf die Lichter von Rabaul, auf 12 Meter Wassertiefe.
Marc und Svenja kamen noch zu Besuch und wir sponnen Seemannsgarn über die letzten drei Tage. Als es heute morgen hell wurde, kamen die ersten Kinder mit einfachen Auslegerbooten vorbei. Dann machten wir einen ausgiebigen Landbesuch. Über Sandstrand, Außenriff, Palmen, türkisblaues Wasser war alles vorhanden. Und noch besser, die Menschen waren unheimlich freundlich, aber nicht zu aufdringlich. Muline hat wieder mehr Obst und auch einige Muscheln und die Inselbewohner haben etwas Reis, Zucker, Salz, Schreibhefte, Filzstifte und andere Kleinikeiten mehr.
Vor einer Stunde gingen wir Anker auf und jetzt segeln wir mit sogar 4 Beaufort Rückenwind nach Kavieng. Bis dorthin sind es noch 170 Seemeilen und da werden wir übermorgen einlaufen.


Bismarck Archipel

geschrieben von admin am 20. Juli 2008 um 09:10

Es ist Sonntag, 18.30 Uhr Ortszeit, und wir sind am Motoren, kein Wind seit sechs Stunden. Insgesamt sind wir seit Gizo schon 20 Stunden unter Motor gefahren, ein Rekord auf unserer Reise.
Aber wir sind bereits im Bismarck Archipel angekommen, fahren gerade im 20 Seemeilen breiten Saint Georges Channel. Links von uns liegt New Britain und rechts von uns New Ireland. Beide Inseln sind bergig und jetzt liegen unter einer leichten Schichtbewölkung kleine weiße Wolkenschleier zwischen den einzelnen Bergrücken, als läge dort Schnee.
Ursprünglich wollten wir nach Rabaul, das jetzt nur 30 Seemeilen von uns entfernt liegt und dessen aktiver Vulkan schon von hier an seiner Rauchwolke zu erkennen ist. Aber wir hatten von einem anderen Segler gehört, dass der Vulkan derart viel Staub ausstoßen würde, dass man morgens eine dicke Schicht davon mit der Schaufel von dem Deck schippen müsste. Das wäre nicht das schlimmste, aber dieser Staub hätte den Stahl des Schiffes stark angegriffen und auch die Winschen und die Rollreffanlage. Daraufhin haben wir uns entschlossen, Rabaul links liegen zu lassen.
Vor uns, auf dem Weg nach Kavieng, liegt die kleine und reizvolle Inselgruppe Duke of York, wo wir in drei Stunden ankommen werden. Dort wollen wir trotz der Dunkelheit versuchen, vor Anker zu gehen. Die Einfahrt zwischen zwei Inseln scheint einfach, zudem geht kein Wind und es ist Vollmond. Das müsste klappen.


Von den Salomonen nach Papua Neuguinea

geschrieben von admin am 18. Juli 2008 um 22:27

Es ist Freitag der 18. Juli 2008, 20.00 Uhr Ortszeit (in Deutschland ist es der gleiche Tag morgens 10.00 Uhr) und wir sind schon wieder den zweiten Tag auf See.
Letzten Dienstag kamen wir am späten Nachmittag in Gizo an. Die Anfahrt hatte es noch in sich. Wir hatten keine Detailkarten und rechts als auch links der Einfahrt sind Riffe vorgelagert. Das Wetter ließ zudem zu wünschen übrig, keine Sonne, alles grau in grau, völlig bedeckter Himmer und von hinten Wind mit circa 4-5 Beaufort. Die Wolken sahen aber so aus, als könnte der Wind jederzeit zulegen und es sich schnell zuziehen. Und wir kamen auf den letzten Drücker an. Bei Dunkelheit, das war uns klar, würden wir nicht einlaufen. Das hätte aber bedeutet, draußen eine Nacht auf See zu verbringen, wenngleich der Ankerplatz gleich um die Ecke liegt. Aber es ging alles gut. Als wir dicht genug ran waren, konnten wir die gesuchte Öffnung im Riff ausmachen, das Wetter hielt und als wir dann um die Ecke in die Ankerbucht bogen, die parallel zur Rückfront der Hauptstraße mit den Geschäften und dem Markt liegt, war die Welle weg und wir in Windabdeckung und die kleine Aufregung von zuvor schon fast vergessen.
Was uns die Anfahrt auch wohl nie vergessen lassen wird, in dem ganzen grau in grau schlägt die Schleppangel an. Wir drehen uns um, schauen nach hinten und wir trauen unseren Augen kaum. Ein zwei bis drei Meter langer Blue Marlin springt 30 Meter hinter uns dreimal völlig aus dem Wasser. Wir greifen die Angelschnur erst gar nicht an und da sehen wir ihn noch zweimal springen. Da ist er aber schon um die 100 Meter von unserem Boot entfernt. Ohne das Abreißen der 2 Millimeter dicken Angelleine gehört zu haben ist uns aber alles klar, denn unsere Leine ist nur 30 Meter lang. Der Fisch hat abgerissen und als wir die Leine einziehen, sind Köder und Angelhaken weg. Das ist das zweite Mal auf unserer Reise, dass wir ein schlechtes Gewissen haben, da ein Fisch mit unserem Haken im Maul weiterschwimmen muß.
Gizo ist nur ein größeres Dorf, das auf der gleichnamigen Insel gelegen ist. Gizo ist ein sogenannter Port of Entry. Das bedeutet, dass man dort für die Salomonen ein- und ausklarieren kann. Das haben wir vorgestern auch gemacht, wenigstens beim Zoll. Der Beamte von der Immigration war nicht da, er käme erst wieder am nächsten Dienstag. Wenn wir so lange nicht warten wollten, könnten wir auch zu einer 70 Seemeilen entfernten Insel segeln. Dort sei er zu finden. Da das aber nicht auf unserer Strecke lag, haben wir auf den Ausreisestempel im Pass verzichtet. Da wir die sogenannte Zarpe, ein Schreiben des Zolls, dass wir die Salomonen verlassen und auf dem Weg nach Kavieng in Papua Neuguinea seien, in den Händen hatten, wollten wir nicht länger warten. So sind wir gestern morgen, zusammen mit der SY YAGOONA, in Gizo Anker auf gegangen. 530 Seemeilen sind es bis Kavieng, das nur noch 120 Seemeilen südlich vom Äquator liegt. Von dort soll es über die Admiralitätsinseln nach Jayapura gehen.
Der Wind ist zur Zeit recht schwach. Aber damit werden wir in den nächsten Monaten so nahe am Äquator wohl leben müssen. Immerhin reicht der Wind heute den anzen Tag über in seiner Stärke, dass unsere Windsteueranlage uns das Steuern abnimmt. Gerade segeln wir bei Vollmond entlang der großen Insel Bougainville, in einem Abstand von 25 Seemeilen.


Salomonen-Bilderrückblick

geschrieben von muline am 16. Juli 2008 um 04:12

Zu den folgenden Bildern werden wir dieses Mal gar nicht so viel erzählen. Aus Berichten vom Online-Logbuch der letzten Tage, werdet Ihr das Eine oder Andere sicherlich zuordnen können.

Die Flagge der Salomonen. Da ich schon in Deutschland gehört hatte, dass es von unterwegs immer etwas schwierig ist die nächste Gastlandsflagge zu bekommen, hatte meine Mutter und ich ungefähr 40 weiße Blanko-Flaggen genäht. Dann kaufte ich Textilfarben und so waren wir bestens gerüstet, immer pünktlich die neue Gastlandsflagge hochziehen zu können. Hier unsere selbst gemalte Salomonen Flagge unter der Steuerbordsaling.

Einfahrt in die Marovo Langune. Vielleicht kann man es erkennen, der eigentlichen Langune sind zwei bewaldete Riffgürtel vorgelagert.

In der Marovo Langune.

Unser Ankerplatz.

Nach zirka zwei Stunden gesellten sich diese beiden Freischwimmer zu uns an unsere MULINE. Nach einer weiteren halben Stunde kamen noch zwei, dann noch zwei und schließlich holten diese beiden Kammerade ihre ganze Sippschaft zu uns an Bord. Am Ende schwammen ungefähr 60 dieser Exemplare, schön in Formation, um unser Boot. Sie waren schön anzusehen. Aber leider wußten wir nicht, wie man sie fängt, tötet, dann ausnimmt und gut zubereiten kann……

Ein Blick von unserer Plicht aus.

MULINE wieder unter Segel durch die Marovo Langune.

In der gesamten Lagune wohnen Anhänger des “Siebten Tages Adventisten”. Unter ihnen soll es die besten Holzschnitzer von den ganzen Salomonen Inseln geben.

Oft konnten wir kleine Dörfer an den Inselufern sehen.

Hier sind wir schon wieder raus aus der Langune und auf dem Weg zum nächsten Ankerplatz.


Einfahrt in einen kleinen See bei dem Dorf Echolo.

Das Dorf.


Unser Empfangskomitee. Die erste Frage war: wie heißt Du, die zweite: Hast Du Lutscher und die hatten wir…

Jeder bekam einen Lutscher und später kamen fast alle wieder und brachten uns Orangen, Auberginen, Bohnen, Frühlingszwiebeln und Zitronen. Es war wie auf dem Marktplatz.

Jeder wartete geduldig auf sein Anteil.


Manche Kanus waren nicht mehr so gut in Schuß. Die Kinder mußten ständig schöpfen.

Sonnenuntergang nach einem kräftigen Regenschauer auf unserem verträumten See.

Morgensonne

Die Kinder werden zur Schule gefahren. Heute ist wieder Schulbeginn, denn die zurückliegenden Wochen waren Ferien.

Bizo, der uns im Namen seines Dorfes herzlich begrüßte. Wir seien die erste Segelyacht für dieses Jahr.


Ankerplatz neben dem Dorf Echolo

geschrieben von admin am 15. Juli 2008 um 04:11

Es ist Dienstag, 15. Juli 2008, wir sind mal wieder unter Motor unterwegs Richtung Gizo, dem Ausklarierungsort der Salomonen, kaum Wind, das kann so nicht weitergehen, das kostet zu viel Diesel.
Gestern haben wir die Marovo Lagune verlassen. Unser zweiter Ankerplatz, Nahe dem Südwestausgang der Lagune, war nicht so doll. Wir sahen eine kleine Insel mit einem noch kleineren Sandstrand, tasteten uns dorthin, davor immer noch 22 Meter Wassertiefe und drumherum flache Korallenstellen. Die Alternative wäre gewesen, die Lagune noch mit der Nachmittagssonne durch den Pass zu verlassen und dann die ganze Nacht durchzufahren. Das wollten wir nicht. Also Anker auf 22 Meter Wassertiefe geworfen bei wenig Schutz und zum Glück gab es nachts denn auch nur eine Schauer, die nicht zu viel Wind brachte. Dafür hatten wir nachmittags noch einen kleinen Strandspaziergang gemacht und muscheln gesammelt, ohne Krokodile zu sehen.
Heute Nacht hatten wir dafür einen klasse Ankerplatz gefunden. Als wir am Überlegen waren, wo wir denn die Nacht verbringen könnten, öffnete sich an der geraden Küste vor der großen Inseln Rendova, das Wasser ist davor über 200 Meter tief, der Wald in einer Breite von circa 30 Metern und dahinter gab es eine fast kreisrunde Wasserfläche mit einem Durchmesser von circa 200 Metern. Am Eingang standen einige Hütten. Auch hier tasteten wir uns ran, wir hatten noch genug Sonnenlicht und tatsächlich war die Einfahrt an der flachsten Stelle 12 Meter tief, Einheimische winkten uns und forderten uns auf, reinzufahren. Das war dann fast wie ein See, rundherunm Baüme und zwei kleine Ansiedlungen. In der Mitte des Sees hatten wir noch 22 Meter Wassertiefe und warfen dort den Anker. Wir lagen fast wie mitten auf einem Marktplatz.
Keine 10 Minuten später waren um die 15 einfache Einbaumboote, besetzt mit Kindern, um uns herum. Sie brachten uns Obst und Gemüse und wir packten unsere Mitbringselkiste aus.
Später kam noch Bizo, ein 1932 geborener Mann. Er hieß uns willkommen. Wir seien seit einem Jahr die erste Segelyacht. Er erzählte uns eine Menge Geschichten aus dem 2. Weltkrieg, den Kämpfen der Japaner und Amerikaner, die ganz in der Nähe stattgefunden hätten. Heute morgen brachte er uns noch das Besucherbuch seines Dorfes, Echolo genannt, vorbei. Dort durften wir uns eintragen. Das Buch beginnt 1991 und seitdem haben circa 40 Segelboote das Dorf besucht.
Um 09.00 Uhr heute morgen sind wir in Echolo Anker auf gegangen. Bizo und das halbe Dorf winkten uns an der Ausfahrt zum Abschied zu. Falls noch Wind kommen sollte, werden wir heute Gizo ansteuern, das noch knapp 30 Seemeilen. Wenn nicht, suchen wir uns nochmals auf dem Weg einen Ankerplatz für eine Nacht.